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 Archiv: Dokumenta X
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Raymond E. Waydelichs Kunst-Aktion "Memoria - 3790 nach Christus": 
Wir waren dabei!

Der Vergänglichkeit ein Schnippchen schlagen. Etwas Bleibendes für die Nachwelt hinterlassen. Wer träumt nicht davon? Der 1938 geborene elsässische Künstler Raymond E. Waydelich machte das möglich - im Rahmen einer Kunstaktion, die vom 27. Juni bis 7. November 1997 anläßlich der Dokumenta X in Kassel stattfand. Die Galerie Elisabeth Tauber war beteiligt und ermöglichte es ihren Freunden und Kunden, sich ebenfalls zu "verewigen". Am 27. Juni 1997 hatte Waydelich die Ausstellung "Memoria - 3790 nach Christus" im "Museum für Sepulkralkultur" in Kassel eröffnet. Parallel dazu waren 3790 Interessierte eingeladen, durch Erwerb einer Memoria-Kapsel an einem spannenden Projekt teilzunehmen. Auf dem Lutherplatz im Zentrum Kassels entstand eine "Gruft der Zukunft". Der erste Spatenstich für einen Beton-Sarkophag mit meterdicken Außenwänden erfolgte im August. Am 14. September wurden die bis dahin eingegangenen Memoria-Kapseln "begraben", um die Erinnerungen ihrer Besitzer ins vierte Jahrtausend zu tragen. Mit der Nummer 767 war auch eine Kapsel der Galerie Elisabeth Tauber dabei, gefüllt mit persönlichen Texten, Fotos und Dokumenten der Familie Tauber und mit zwei Kunstwerken: eine Kujau-Grafik sowie ein Siebdruck von Eckehard Post "Gößweinstein". 

Was in den 30 Zentimeter langen Aluminium-Hülsen mit fünf Zentimeter Durchmesser  (unser Bild oben)  Platz fand, blieb nämlich ganz der Phantasie des Einzelnen überlassen. Welche Nachricht an die Zukunft die Kapsel hütet, fördert dann erst wieder die Bergung ans Tageslicht - im Jahre 3790 nach Christus... Bis dahin erinnert eine Bronzeplatte an diese Aktion "Archäologie der Zukunft". 

Dass dies keine hübsche Utopie bleibt, dafür haben Waydelich und die Mitveranstalter, die renommierte Kunsthandlung "DIE GALERIE", vorgebeugt, indem sie sich seriöser Mitstreiter versicherten: Der Kirchenvorstand der Luthergemeinde Kassel war ebenso mit von der Partie wie der Direktor des einzigartigen "Museums für Sepulkralkultur" (soviel wie: Begräbniskultur) in Kassel. In den Kirchenbüchern der Kirchengemeinde und im Stadtarchiv Kassel wurde diese Kunstauktion dokumentiert und festgehalten - bis ins Jahr 3790 nach Christus...

Eine spannende Vorstellung... 


Zehn Jahre Galerie Elisabeth Tauber

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